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Sale and Lease Back
Marken sind heute vielfach
das „wertvollste Kapital des Unternehmens“. Was
Kapferer 1992 in seinem Buch „Die Marke“
konstatierte, wird heute durch zahlreiche
Untersuchungen aus der Praxis belegt. So zeigt
beispielsweise die Studie zur "Praxis von
Markenbewertung und Markenmanagement in
deutschen Unternehmen"1,
die die Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers
gemeinsam mit Partnern im Jahr 2007 erstellt
hat, dass Marken auch für deutsche Unternehmen
immer wichtiger werden. Nach dieser Studie
bewerten die Befragten den Anteil des
Markenwertes am gesamten Unternehmenswert in
2005 auf 67 Prozent, während dieser Wert 1999
noch bei 53% gelegen hat. Noch deutlicher wird
die Bedeutung der Marken, wenn man die
Einschätzung des Einflusses der Marke auf den
Unternehmenserfolg betrachtet. Hier zeigt die
Studie, dass die Einschätzung des Einflusses der
Marke auf den Unternehmenserfolg in den Jahren
von 1999 bis 2005 von 27% auf 46% zugenommen
hat.
Welche Bedeutung Marken für die
Entwicklung eines Unternehmens entfalten können,
wird regelmäßig auch bei Unternehmensübernahmen
deutlich. Im Verhältnis zum bilanzierten
Eigenkapital nur schwer erklärbare Kaufpreise
lassen sich häufig darauf zurückführen, dass bei
der Übernahme Marken erworben wurden. Wie hoch
der Preis für Marken ausfallen kann, wird bei
dem im Verhältnis zu traditionellen Kennzahlen
überdurchschnittlichen hohen Kaufpreisen
erkennbar.
Kapferer datiert das Jahr
1985 als das Jahr, in dem eine Wende im
Verständnis von Marken einsetzte.Vor jenem Datum
war es üblich, dass bei Fusionen und
Firmenkäufen das sieben- bis achtfache ihres
Jahresumsatzes bezahlt wurde. Nach 1985 ist zu
konstatieren, dass das Wachstum dieses
Multiplikators um ein vielfaches erhöht wurde.
Als Nestlé beispielsweise Rowntree Mackintosh
erwarb, geschah dies zum dreifachen Börsenwert
und zum sechsundzwanzigfachen Ergebniswert. Oder
der Fall des belgischen Bierkonzerns Interbrew,
die im Sommer 2001 für die Bremer Brauerei
Beck's Euro 1,8 Milliarden bezahlte, obwohl das
Anlagevermögen der deutschen Brauerei
schätzungsweise Euro 500 Millionen weniger wert
ist.
Zweifelsohne hat es in der
vergangen Jahren eine Reihe von
Organisationssystemen in der Markenführung
gegeben, die der steigenden Bedeutung der Marke
für den Unternehmenserfolg und Unternehmenswert,
aber auch hinsichtlich ihres monetären Wertes,
Rechnung tragen. Allerdings sind sie nicht
zuletzt deshalb häufig wenig tragfähig, weil in
Zeiten eines verschärften Wettbewerbs, des
Benchmarking, und der Neigung, sich an den
Konkurrenten zu orientieren, Unternehmens- und
Markenverantwortliche „gezwungen“ sind, in
Vierteljahreserträgen zu denken. Eine
langfristig ausgerichtete Markenführung gerät
dabei zunehmend unter Druck. Finanzieller Druck,
Verlagerung bei den Absatzwegen und fehlende
kundenorientierte und auf Daten basierende
Markenentwicklung entziehen der Markenführung
zusätzlich mehr und mehr Mittel und Einfluss.
Obwohl das Commitment zur Marke, wie die
eingangs erwähnte Untersuchung von
PricewaterhouseCoopers zeigt, in den
Führungsetagen der Unternehmen nach eigenem
Bekunden hoch ist, lassen sich in der Praxis
deutliche Schwachstellen im Organisationsprinzip
der Markenführung feststellen. Wie
beispielsweise eine Untersuchung des ZMM-Zentrum
für Markenmanagement und Marketing in
Zusammenarbeit mit der GfK zur Praxisrelevanz
von Markenforschungsthemen zeigt, wird der
Relevanz der organisatorischen Verankerung der
Markenführung mit 50% eine deutlich niedrigere
Bedeutung zugeordnet als dies bei den Fragen
nach der erfolgreichen Umsetzung von
Markenstrategien (90,9%) oder der richtigen
Investition in Marken (70,3%) der Fall ist.
Mit der Ausgliederung von Marken in rechtlich
selbstständige Unternehmen und ihre weitere
Nutzung auf dem Weg des Sale & Lease Back
Verfahrens zeigt sich in jüngerer Vergangenheit
ein vollkommen neuer Typus eines
organisatorischen Markenführungssystems.
Zweifelsohne ist das Sale- and Rent-Back Leasing
eine herausfordernde Aufgabe. In erster Linie
wegen der Bewertung der Marken. Soll man den
Substanzwert ansetzen und nimmt damit in Kauf,
dass künftiges Wachstumspotential und
Zahlungsströme nicht berücksichtigt werden?
Wählt man den Liquidationswert und verzichtet
damit darauf, die künftige Entwicklung der Marke
einzubeziehen? Konzentriert man sich auf den
Ertragswert und nimmt eine hohe
Manipulationsgefahr auf sich? Verständigt man
sich auf das Mittelwertverfahren, wissend dass
dies in aller Regel kein objektiver Wert ist?
Oder wählt man eine Kombination aus finanz- und
verhaltenstheoretischen Ansatz, der ein
intensives Zusammenarbeiten zwischen den Leute
aus der Forschung und Entwicklung, den Finanz-
und Marketingverantwortlichen sowie den
Zuständigen für Vertrieb und Service zur Folge
hat? Mit dem SchmidPreissler Brand
Equity+Performance© Programm haben wir ein
Programm entwickelt, mit dem der monetäre
Markenwert im Sinne eines ‚working capitals’,
errechnet werden kann und das darauf abzielt, zu
einer Verzinsung des Markenwertes zu kommen.
Wenn Sie Fragen zu unserem Programm haben,
stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
1
Menninger, Jutta: Markenführung und Markenwert,
2005
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